
"Mein Leben ist
sehr komisch.
Und ich liebe es!"
ÜBER MICH
Erzählung in Stationen
Ich bin 1997 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Geprägt vom Leben abseits großer Städte und urbaner Kultur, umgeben von Wäldern, Wiesen und Feldern.
Nach meinem Schulabschluss durfte ich ein Jahr in China leben. Diese Erfahrung ist mir bis heute besonders kostbar. Der „entwicklungspolitische“ Rahmen, in dem mein Leben dort stattfand, wirkt hingegen wie ein Schleier, der sich nur selten etwas hebt.
Im Licht kolonialer Geschichte, über die ich nach und nach mehr begreife, zeigt sich, was ich damals eine diffuse Irritation war: eine kollektive Verstrickung in Narrative von Überlegenheit und Kontrolle. Das hinterlässt Spuren – in mir und in den Beziehungen, die ich dort geknüpft habe.
Zurück in meinem Heimatort machte ich über drei Jahre eine Ausbildung zu Tischlerin. In dieser Zeit erkrankte ich schwer. Nach der Gesellinnenprüfung fing ich in Leipzig ein Philosophiestudium an und lebte dort vier Jahre.
Ich begann, mich mit meiner vielschichtigen Erkrankung zu beschäftigen. Depression, Entwicklungstrauma, Konzentrationsstörung, Derealisation, psychosomatische Schmerzen und chronische Erschöpfung. Das sind Worte, die mich seitdem umgeben.
Das Philosophiestudium taugte mir nicht. Ich wollte Philosophie leben, anstatt sie zu lesen.
2022 machte ich eine intensive einjährige Weiterbildung, den Lernpfad zur Wildgestaltung, in der es um Gemeinschaftsbildung, Selbstorganisation, alternative Ökonomien, Permakultur und Naturpädagogik ging. Dieses Jahr war der Einstieg in ein Leben, das ich mir immer ersehnt hatte. Mir wurde bewusst, dass ich Künstlerin und Aktivistin bin – und dass ich gemeinschaftlich leben und wirken möchte. Zusammen mit meinen Freundinnen Nora und Angela gründete ich das Kunstkollektiv Leyosa.
Ich nahm an Selbsterfahrungsseminaren teil, machte ein prägendes Conflict Transformation Training (Daniel auf der Mauer), eine Ausbildung zur Trauerrednerin und eine Weiterbildung für Trauerprozessbegleitung (Circlewise Institut).
Zwei Jahre habe ich im Trillke-Gut, einem Genossenschafts-Wohnprojekt in Hildesheim gewohnt. Am Hildesheimer Kulturcampus habe ich Kurse für Musik, Kunst, Medien und Literatur besucht.
Anfang 2026 war ich für 7 Wochen in der stationären Psychiatrie des Ameos Klinikums.
Krank, oder?
